Weihnachten steht vor der Tür und zu diesem Kapitel gönnen sich die Leute normalerweise Allesmögliche – Hauptsache Schönes. Sie schmücken ihre heimeligen Räume, hören wohlgesonnene Musik und beschäftigen sich mit Geschenken, die Liebe zum Ausdruck bringen sollen.

Ich hingegen werde pünktlich zu dieser Zeit Opfer von etwas ganz Perfidem[1]. Ein Opfer der Auswirkungen von sozialen Netzwerken, die ich mir selbst wieder auf den Zettel geschrieben habe – freiwillig.

Seit einem knappen Jahr habe ich meinen privaten Account gelöscht und den anderen Beachvolleyballaccount nur sehr spärlich bespielt. Nach dieser fast einjährigen Abstinenz nehme ich das jetzt wieder in Angriff. Wieso ich mich freiwillig davon gelöst habe, brauche ich vermutlich gar nicht groß erläutern, denn ich denke die meisten von uns wissen, im tiefen Inneren, dass das eine sehr vernünftige Sache ist.

Seit Facebook Instagram und WhatsApp aufgekauft hat, ist es das größte Monopol geworden, das sich jeden Tag aktiv in unser Leben einmischt. Die dystopische totale Überwachung ist kombiniert mit „Werbetreibenden“, die MANIPULATION auf höchstem Niveau betreiben. Unser aller Verhalten wird bis in das Kleinste modifiziert und mit ständigem Feedback besser. Feedback gibt es zum Beispiel bei Instagram, wenn du durch deinen Feed scrollst und bei einem Foto länger als üblich stehen bleibst. Daraus werden dann Daten erhoben und abgeglichen mit tausenden von anderen Nutzerinnen*[2], die Gemeinsamkeiten mit deinem Verhalten aufweisen. Daraufhin wird die Werbung abgespielt, die mit am höchsten wahrscheinlich für den Erfolg bei dir ist – reine Statistik! Da könnte man ja denken, dass frau/man ja lieber nicht länger auf einem Post bleiben sollte, damit diese Daten nicht entstehen können. Falsch, denn das ist auch Feedback! Durch uns, die täglich im Feed scrollen, wird der Algorithmus präziser, perfider und perverser.

Dann kommt obendrauf, dass Facebook[3] die Manipulatorinnen*, die Geld zahlen, nicht einmal kennen muss oder kann. Das ist wie, wenn sich Blinde auf Gebärdendolmetscherinnen* verlassen und nicht wissen, dass diese von Dritten gekauft wurden. Diese sogenannten „Netzwerke“ manipulieren uns ohne, dass wir es merken.

Menschen lassen sich leichter manipulieren, wenn sie keine Hoffnungen mehr oder negative Emotionen haben; das ist Biologie. Negative Emotionen lassen sich leichter hervorrufen durch die Algorithmen; das ist Mathematik. Was ist das also für eine teuflische Kombination, die offensichtlich zu kaum etwas so Gutem führen kann, dass wir diese Folgen dafür in Kauf nehmen?

Ohje, ich realisiere, dass ich gerade doch erklärt habe – zumindest ins Teilen, warum ich ausgestiegen bin Anfang des Jahres. Eigentlich finde ich sind die Fakten da oben so prägnant, dass ich die für heute erstmal so stehen lasse.

Das nächste Mal erzähle ich, wieso ich mich anfänglich als erneutes (kurzzeitiges) Opfer dessen bezeichnet habe.

-HP


[1] Ja, diese Passivität ist ganz bewusst gewählt.

[2] Neue Schreibweise, die alle Geschlechter anspricht von Luise F. Pusch

[3] Einschließlich: Instagram, WhatsApp, YouTube, Google Search, Twitter

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